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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 1 – 2013

Hochschule / Zett 1–13 11 mittelbar davon betroffen sind. Diese offene Formulierung zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns mit diesem Thema konse- quent und systematisch beschäftigen. Klar ist dabei auch, dass das Lokale nicht an Bedeutung verliert, sondern sich einfach in Referenzsystemen kontextualisiert. Warum ist die zunehmende internationale Verflechtung für die Hochschulleitung mehr als ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, nämlich ein strategisches Handlungsfeld? Wir haben als Hochschule die Aufgabe, gesellschaftliche Phä- nomene von hoher Relevanz in unsere Arbeit einzubinden. Kultur entsteht heute als «métissage», als bewusstes oder unbewusstes Verweben von Einflüssen und Erfahrungen un- terschiedlichster Provenienz. Gerade als Kunsthochschule müssen wir uns explizit mit diesen Verwebungen auseinander- setzen und Internationalisierung deshalb konsequenterweise als strategisches Handlungsfeld sehen. Wer arbeitet im Teilprojekt Internationales mit? Es sind dies in erster Linie Hartmut Wickert als Verantwort- licher des Dossiers Internationales, die Dossierkommission Internationales, die Leiterin des International Office, Bettina Ganz, und ich selber. Welche Ressourcen stehen der ZHdK zur Verfügung für das Erreichen der Ziele im Bereich Internationales? Wir haben die Möglichkeit, für die kommenden Jahre den Aufbau einer verstärkten Internationalisierung in einem be- grenzten Rahmen aus den strategischen Reserven der ZHdK zu finanzieren. Es geht dabei um Anschubfinanzierungen für erfolgversprechende Vorhaben, die sich später selber werden tragen müssen. Sieht die Strategie geografische Schwerpunkte des internatio- nalen Engagements vor? Nein, das ist nicht Teil der Strategie. Wenn sich jedoch Pro- jekte sinnvoll an bestimmten geografischen Orten bündeln lassen, ist das sicher von Vorteil. Auf der ZHdK-Webseite www.zhdk.ch/china werden über ein Dutzend «Chinaprojekte» vorgestellt. In welcher Form ist die ZHdK in China aktiv? Die gelisteten Aktivitäten sind zu einem grossen Teil abge- schlossen. Aktiv sind aktuell das Projekt «WuZu» des Departe- ments Design, die Summer School «Common Stage» sowie – neu – ein Projekt rund um den übergreifenden Forschungs- schwerpunkt Public City. China steht dabei exemplarisch für einen vom westlichen sehr verschiedenen Kulturkreis mit einer reichen und langen Kulturtradition. China gehört zudem zu den Emerging Countries, in denen nicht nur neue Ökono- mien, sondern auch neue kulturelle Systeme entstehen, die wiederumzurückwirkenaufdas,washierinEuropageschieht. Zu diesen Ländern gehört beispielsweise auch Indien, wo wir ebenfalls mit Projekten präsent sind. Was zeichnet die Lehre und die Forschung an einer Kunst- hochschule aus, die in Internationales investiert? Die Forschung orientiert sich mit noch grösserer Selbstver- ständlichkeit international als die Lehre. Forschungsgemein- schaften funktionieren immer international. Da sind wir grundsätzlich gut unterwegs. Wünschenswert wäre sicher, dass die Forschung nicht nur international arbeitet, son- dern dass sie auch internationaler kommuniziert und ihre Forschungspublikationen konsequent in englischer Sprache zugänglich macht. In der Lehre ist die Vermittlung interkultureller Kompetenzen zentral. Darüber hinaus werden wir die Mobilität stärken müssen. Internationale Studierende sollen sich hier wohl- fühlen, schweizerische Studierende mit Gewinn einen Teil ihres Studiums im Ausland absolvieren können. Vor allem aber wollen wir auch die Mobilität der Dozierenden fördern. Wir werden uns zudem überlegen müssen, gezielt Angebote, beispielsweise in der Weiterbildung, für einen internationalen Markt zu entwickeln. Und schliesslich wollen wir künftig in internationalen Netzwerken noch aktiver werden und generell eine nachhaltigere internationale Präsenz aufbauen. Dadurch sollen neue inhaltliche Felder zugänglich gemacht und neue Erfahrungen ermöglicht werden. * Caroline Süess ist Projektleiterin Hochschulkommunikation im Rektorat (caroline.sueess@zhdk.ch). «ZHdK Lectures on Global Culture»: Für den Auftakt der Vortragsreihe im April öffnete der grosse, sich noch in Bau befindende Konzertsaal im Toni-Areal für einmal seine Türen.

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