Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 1 – 2013

Ein vergleichendes Stadtforschungsprojekt

18 Zett 1–13 / Kulturanalysen und Vermittlung zürich-west und hafencity hamburg Während sich die ZHdK auf den Umzug ins Toni-Areal vorbereitet, plant in Hamburg zeitgleich die HafenCity Universität den Einzug ins neue Gebäude an der Elbe. In einem vergleichenden Stadtforschungsprojekt unter- suchen Studierende in Zürich und Hamburg, welche Hoffnungen und Erwartungen mit dem (beiderorts verspäteten) Umzug der Hoch- schulen verknüpft werden. Janine Schiller und Basil Rogger* Wer sind die Bewohnerinnen und Bewohner von Zürich-West und HafenCity, welche Wünsche und Träume haben sie? Wie könnte eine Zeitung für Zürich-West oder die HafenCity aus- sehen? Welcher Art sind die literarischen oder rhetorischen Qualitäten der jeweiligen Marketingagenturen, mit denen die Stadtteile beworben werden? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich seit September 2012 Studierende aus Zü- rich und Hamburg. Die Gleichzeitigkeit der Umzüge stand am Anfang des Projekts: Die ZHdK zieht in eine komplett um- gebaute Milchverarbeitungsfabrik im Stadtteil Zürich-West, ins Toni-Areal (Architektur EM2N, Zürich). Die HafenCity Universität Hamburg (HCU) zieht in einen Neubau (Archi- tektur Code Unique, Dresden), der auf einem sogenannten Filetgrundstück in direkter Nachbarschaft der Kreuzfahrt- terminals im Hafen errichtet wird. Für die Hochschulen sind die Umzüge inhaltlich wichtig, denn vor allem die Zusam- menarbeit zwischen den Disziplinen soll durch die physische Nähe auf einem neuen Campus gestärkt werden. Neben den internen Zielen für die Hochschulen und den Gebäuden, die die Neugründungen (HCU 2006, ZHdK 2007) materiell reprä- sentieren, sind die Umzüge auch für die jeweiligen Stadtteile von grosser Bedeutung. Zürich-West wie die HafenCity sind neu geplante und gestaltete Stadtteile, für beide ist es zentral, dass mit dem Einzug der Hochschulen eine kritische Masse erreicht wird, die das bisherige eher monokulturelle Leben sozial durchmischter und dadurch attraktiver für Wohnen, Gewerbe und Leben macht. In Zürich werden mit dem Bezug des Toni-Areals rund 5000 Studierende und Mitarbeitende, in Hamburg rund 2500 Studierende und Mitarbeitende täglich für die Belebung der noch im Entstehen begriffenen oder eben erst fertiggestellten Quartiere und deren Infrastruktur sorgen. Diese gemeinsame Ausgangslage auf der Ebene von Bildungs- politik, Stadtentwicklung und Architektur bot sich für eine international vergleichende Untersuchung an.** Erfahrungsaustausch Im Zentrum des Kooperationsprojekts der Studiengänge Art Education und Transdisziplinarität in Zürich und Kultur der Metropole Hamburg stehen diese vergleichende Perspektive sowie die Verbindung von Kulturwissenschaften und Künsten. Zudem bietet das Lehrprojekt die Möglichkeit, im Vergleich die Spezifika des neuen Stadtteils zu erkunden und sich wäh- rend eines Jahres (Laufzeit September 2012 bis Juni 2013) intensiv mit der künftigen Umgebung des Hochschulstand- orts durch Stadtforschung auseinanderzusetzen. Im Januar und Februar 2013 haben sich die Studierenden je eine Woche besucht, um sich in Bezug auf die Recherche, Wahrnehmung und Umsetzung auszutauschen und die Zwischenergebnisse vorzustellen. Nebst der Lektüre von Methodentexten zu Map- ping oder Ethnografie, theoretischen Positionen zu Urbanität, zur Aneignung des Raums oder zu Themen wie Gentrification boten Gäste dem Projekt ein Forum für kritische Auseinan- dersetzung und Diskussion. Steffen Jörg, Filmemacher, und eine Mitarbeiterin der Gemeinwesensarbeit führten durch St. Pauli, der Stadtsoziologe Marcus Menzl berichtete über sei- ne Arbeit als Embedded Scientist bei der HafenCity Hamburg GmbH, über deren Ziele der Vorsitzende der Geschäftsfüh- rung Jürgen Bruns-Berentelg informierte. Paul Bauer, stellver- tretender Direktor Grün Stadt Zürich, erklärte das kooperative Planungsverfahren in Zürich-West, Peter Eberhard, Architekt und ehemaliger Nutzervertreter der ZHdK im Projekt Toni- Areal, gab Einblicke in den Bau des Toni-Areals, Christoph Gysi, Präsident der Kulturmeile Zürich West, berichtete über die Aktivitäten dieser Vereinigung und eine Gesprächsrunde mit dem Künstler San Keller und dem Kurator von «Art and the City», Christoph Doswald, beleuchtete das Verhältnis von Kunst und Stadt. Dokumentation eines Wahrnehmungsspaziergangs durch Studierende in Hamburg und Zürich. Oben: Hamburg, Nicole Voss, unten: Zürich, Leonie Krähenbühl

Pages