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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 1 – 2013

Kulturanalysen und Vermittlung / Zett 1–13 19 Hamburg baut neu, Zürich nutzt den Bestand Für den Vergleich und das Herausarbeiten von Gemeinsam- keiten und Unterschieden wurden von den Studierenden Pa- rameter erarbeitet. Dies sind einerseits Fakten zur Geschich- te, zum städtebaulichen Leitbild, zur Grösse des Stadtteils, zur soziodemografischen Struktur der Bewohnerinnen und Bewohner, Gebäudetypologien oder die angestrebte Anzahl Wohnungen und Arbeitsplätze bis zum «Vollausbau» des Quartiers. Während in Hamburg vor allem der (Städte-/ Kreuzfahrt-)Tourismus und die Inszenierung eines «Mari- time Chic» nebst der Ökonomie treibende Kräfte sind, zählen in Zürich eher die Kultur, die Kunst und die Kreativwirtschaft zu den wichtigen Entwicklungsfaktoren des Gebiets, das be- reits durch eine kulturelle Zwischennutzung geprägt wor- den ist. In Bezug zum Zentrum wird mit der HafenCity ein neues, eher kleinteiliges stadtnahes Viertel gebaut, während zum eher kleinteilig gewachsenen Zürich ein neues, durch grossteilige Areale gekennzeichnetes urbanes Quartier dazu- kommt. Grosse Unterschiede zeigen sich im Umgang mit der Vergangenheit, was sich durch das Bauen im Bestand und die Reverenz an das industrielle Erbe in Zürich zeigt, während in Hamburg unter anderem aufgrund des Hochwasserschutzes fast ausschliesslich Neubauten entwickelt werden. Ein prä- gender Unterschied und Attraktor für die HafenCity ist die Omnipräsenz des Wassers, während in Zürich-West das ehe- malige Industriequartier geprägt ist von Versorgungsadern, Bahntrassee und Autobahn. Der massgeblichste Unterschied für die Entwicklung ist in Hamburg durch die Eigentumsver- hältnisse der Kommune und den Masterplan des Städteplaners Kees Christiaanse gegeben, während in Zürich der grösste Teil des Bodens in privaten Händen ist. Hier kann durch koopera- tive Entwicklungsplanung sowie durch die Bau- und Zonen- ordnung der Stadt Einfluss genommen werden. HafenCity Universität und Elbphilharmonie, Toni-Areal, Schiffbau und Löwenbräu-Areal: Bildung und Kultur mit entsprechenden Architekturen sind wichtige Flagship-Projekte für die Ent- wicklung der neuen Stadtteile. Saskia Sassen und Thomas Hengartner zu Gast Die Resultate der Projektarbeiten sind entsprechend der Her- kunftsdisziplinen der Studierenden plurimedial und vielfältig: wissenschaftliche Texte, Video und Fotodokumentationen, Stadtspaziergänge, Interventionen, Audioarbeiten, Installa- tionen, Publikations- oder Ausstellungskonzepte. Themen, welche die Studierenden in Zürich in ihren Projekten verfol- gen, sind: Bewältigungsstrategien zur Aneignung des neuen Stadtteils(SereinaDeplazes,PatriciaNocon),RhetorikundPo- esie des Standortmarketings (Leonie Krähenbühl), die Rampe im Toni-Areal als Kulturboulevard zwischen Hochschule und Stadtteilöffentlichkeit (Antonia Schneemann), Global Village – Global City (Martin Lötscher, Sandra Neugärtner), Partizipa- tion und Stadtforschung der Träume (Carlo della Chiesa, Alice Gut) sowie Un-Orte (Alice McCabe, Alfred Vorster). Präsentiert werden die Ergebnisse der Studierenden aus Zü- rich und Hamburg an einer Walking Conference. Für diese Abschlusspräsentation in Zürich konnten die international renommierte Stadtforscherin Saskia Sassen, Soziologin und WirtschaftswissenschaftlerinanderColumbiaUniversityNew York, bekannt durch den Ansatz der «Global Cities», sowie der renommierte Stadtforscher und Leibniz-Preisträger Thomas Hengartner, Leiter des Instituts für Populäre Kulturen der Universität Zürich, ehemaliger Professor und Dekan der Uni- versität Hamburg, als Gastkritiker gewonnen werden. * Janine Schiller ist Dozentin im MA Art Education und in der Vertiefung pu- blizieren & vermitteln (janine.schiller@zhdk.ch). Basil Rogger ist Dozent und Kulturunternehmer und unterrichtet im MA Art Education und MA Transdisziplinarität (basil.rogger@zhdk.ch), beide im Dept. Kulturanalysen und Vermittlung. ** Selbst dabei lassen sich die Projekte vergleichen: Der ursprünglich auf Herbst 2013 geplante Einzug in die HafenCity und das Toni-Areal in Zürich- West verzögert sich sowohl in Hamburg wie in Zürich um zehn beziehungs- weise zwölf Monate (Stand März 2013). Projektpräsentationen 23. Mai, 15 –17.30h: Walking Conference mit Studierenden aus Zürich und Hamburg. Details: blog.zhdk.ch/stadtforschung 23. Mai, 18 –20h: «Kunst – Wissen – Stadt. Öffentlichkeit und Stadtentwicklung in Zürich-West und HafenCity Hamburg» mit: Saskia Sassen, Soziologin und Wirtschaftswissenschaftlerin, Columbia University, New York, Thomas Hengartner, Leiter des Instituts für Populäre Kulturen, Universität Zürich. Ort: Schiffbauplatz 5, Zürich, Platzzahl beschränkt. 1. – 13. Juni: Zürich-West und HafenCity Hamburg. Eine vergleichende Stadt- forschung, Projektpräsentation im Rahmen der Diplomausstellung, Hafner- strasse 39/41, Dachstock, Zürich 6. Juni: Walking Conference in Hamburg mit Studierenden aus Hamburg und Zürich. Details: blog.zhdk.ch/stadtforschung Projektteam ZHdK: Janine Schiller, lic.phil., MAS in Geschichte und Theorie der Architektur ETH Zürich; Basil Rogger, lic.phil; wissenschaftliche Mitarbeit: Françoise Krattinger dipl. Arch. ETH, MA Art Education Projektteam HafenCity Universität Hamburg: Prof. Dr. Gesa Ziemer, Vizepräsidentin Forschung; Prof. Dr. Kathrin Wildner, Stadtethnologin; akademische Tutorin: Maja Mijatovic, BA Architektur Informationen: blog.zhdk.ch/stadtforschung Zürich, Leonie Krähenbühl

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