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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 1 – 2013

Wie man wissenschaftlich komplexe Fragen vermittelt

22 Zett 1–13 / Design gemeinsam wissen gestalten – vom mehrwert des dialogs Wie kann die Vermittlung der wissenschaftlich komplexen Fragen des globalen Klimawandels so gestaltet werden, dass sie lokal zu einem eigen- verantwortlichen Handeln führt? Studierende der ETH Zürich und der ZHdK gehen diese Frage im Projekt «Klima im Wandel» gemeinsam an. Karin Seiler und Jonas Christen* Eine vom Swiss artists-in-labs Programm (ail)** der ZHdK und dem Competence Center Environment and Sustainabili- ty (CCES)*** der ETH Zürich initiierte Projektidee hat zum Ziel, mittels Zusammenführung von Kompetenzen aus Wis- senschaft, Kunst und Design neue Inhalte und Strategien für die Umweltbildung und Themen nachhaltiger Entwicklung transdisziplinär zu erarbeiten und weiterzugeben. Die Ver- tiefung Scientific Visualization wurde für ein erstes studen- tisches Pilotprojekt angefragt. An einem Science Lunch, einer regelmässigen Veranstaltung der Vertiefung, stellte Nikolaus Gotsch vom CCES erstmals die inhaltlichen Themen und An- liegen an das mögliche Kooperationsprojekt vor. In der Folge entwickelten die Projektpartner gemeinsam mögliche Formen und Ziele einer Zusammenarbeit zwischen Studierenden der ZHdK und der ETH zum Thema «Klima im Wandel – Fokus Wasser». Insbesondere ist geplant, ein Webportal für die Ver- mittlung der komplexen Inhalte an Jugendliche aufzubauen. Die Rolle jedes Einzelnen den Bereichen Umwelt und Nach- haltigkeit soll mittels zeitgemässer Formen des Edu- und In- fotainments verständlich gemacht werden, um individuelle Optionen für bewusste, positive Handlungen zu entwickeln. Studierende, Professoren und Mitarbeitende der ETH und der ZHdK trafen sich zunächst zu zwei Workshops, um die Auf- gaben der einzelnen Teilnehmenden zu definieren und erste gemeinsame Projektthemen zu skizzieren. Dabei zeigten sich schnell die Herausforderungen, die bei der Zusammenarbeit zweiersounterschiedlicherInstitutionenentstehen.Organisa- torische Hindernisse wie unterschiedliche Semesterpläne und divergierende formale Ansprüche an die Arbeiten erhöhen den initialenAufwand,Projektegemeinsamanzugehen.Aufbeiden Seiten war man aber der Überzeugung, dass sich dieser Auf- wand lohne. Im Idealfall können die Kompetenzen der beiden Hochschulen koordiniert eingesetzt werden, um inhaltlich, medial und gestalterisch hochwertige Kampagnen zu gene- rieren. Und bei der Zusammenarbeit entsteht ein Mehrwert, der über die sichtbaren Resultate hinausgeht: Die Möglichkeit des Dialogs über die Disziplinen hinweg und das Meistern von Schwierigkeiten in der gegenseitigen Wahrnehmung sind für alle Teilnehmenden wertvolle Erfahrungen. Als Thema für das Pilotprojekt wurde der «Fokus Wasser» festgelegt. Die Verbindung der Klima- mit der Wasserthematik ist vielversprechend, weil Wasser ein wichtiges Element des Klimawandels darstellt, gleichzeitig aber auch etwas materiell Fassbares hat, das sich mit konkreten Alltagsfragen verbinden lässt. Dazu sind Veränderungen im globalen Wasserkreislauf (zum Beispiel Trockenheit, Hochwasser, Gletscherschmelze) besser beobacht- und spürbar als Klima- beziehungsweise Temperaturveränderungen. Ein im Departement Design ausgeschriebenes interdiszipli- näres Modul setzte sich während dreier Wochen mit dem Thema des Wasserfussabdrucks auseinander. Damit ist die Menge an Wasser gemeint, die zur Herstellung von Lebens- mitteln und Alltagsprodukten benötigt wird. Die Studierenden erarbeiteten Darstellungsmöglichkeiten, um Referenten bei der Vermittlung dieses hochaktuellen Themas an Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zu unterstützen. Fach- lich begleitet wurde das Projekt von Prof. Dr. Nicolas Gruber, Leiter der Gruppe für Umweltphysik am Institut für Biogeo- chemie und Schadstoffdynamik des Departements Umwelt- wissenschaften der ETH. Auseinandersetzung und Resultate machen deutlich, dass die Studierenden dem Aufzeigen kon-

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