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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 1 – 2013

Interaction Design eröffnet neue Strategien

24 Zett 1–13 / Design responsive environments – bewegungs- rehabilitation fördern Klinische Therapie – zum Beispiel nach einem Schlaganfall – ist gut, reicht aber allein nicht aus. Gefragt und vielversprechend sind die Integration Massnahmen in den Alltag und das daraus resultierende Feedback. Interaction Design eröffnet neue Strategien zur Motivierung der Patienten. Karmen Franinović* Die Störung des sensomotorischen Systems, welche zum Beispiel durch einen Schlaganfall hervorgerufen wird, beein- trächtigt das Leben der betroffenen Menschen und verhindert das Ausführen alltäglicher Aktivitäten wie beispielsweise des Trinkens oder Gehens. Um die verlorenen kinästhetischen Fä- higkeiten wiederherzustellen, durchlaufen Patientinnen und Patienten meist lange und ermüdende Therapiesitzungen im Spital. Aufbauend auf den Theorien des Enaktivismus, glau- ben wir, dass das Umfeld eine wichtige Rolle bei der Wieder- herstellung der Mobilität spielt und dass die Rehabilitation deshalb im Alltagskontext der Betroffenen stattfinden sollte. Zusammen mit Patienten, Therapeutinnen und Neurologen arbeiten wir an Strategien, welche die Motivation für das tägliche Training steigern sollen. Durch Interviews und Beo- bachtungen zu Hause und im Spital konnten wir feststellen, dass einerseits die fehlende Motivation und andererseits die Abhängigkeit von der Therapie im Spital den Rehabilitations- prozess aufhalten. Die daraus gewonnenen Einsichten in die emotionalen, sozialen und funktionalen Bedürfnisse helfen uns, Strategien für die Gestaltung der Therapieumgebungen zu entwickeln. Zurzeit arbeiten wir an zwei Projekten, welche die Bewegung der Patientinnen und Patienten in auditives, taktiles und visuelles Feedback übertragen. In einem von der Kommission für Technologie und Innova- tion (KTI) geförderten Projekt mit dem Titel «A-Int: Activity boosting Interaction in Neurologic Gait Training» erforschen wir die Auswirkungen von auditivem Feedback auf das Lauf- training. Im neuen Zentrum für Neurologie und Rehabilitation Cereneo in Vitznau versuchen wir, interaktive Technologien in die Architektur zu integrieren. Diese lassen den Raum auf die Patienten reagieren. Der Boden simuliert unterschiedliche haptische Qualitäten und unterstützt so den korrekten Gang. Es passiert nicht oft, dass sich aus einem Studierendenprojekt eine Forschungszusammenarbeit entwickelt. In diesem Falle waren es der Unterricht und die Bachelor-Projekte, welche die Expertinnen und Experten aus der Neurologie und ande- ren Feldern auf die Bedeutung der Forschung im Interaction Design aufmerksam machten. Seitdem erhalten wir immer wieder Anfragen für Projekte. Dies hat uns dazu bewegt, die Lehr- und Forschungstätigkeiten in der Studienvertiefung noch stärker zu verbinden. * Prof. Dr. Karmen Franinović ist Leiterin der Vertiefung Interaction Design, (karmen.franinovic@zhdk.ch). Übersetzung des Textes aus dem Englischen: Moritz Kemper, Wissenschaftlicher Assistent Interaction Design, (moritz. kemper@zhdk.ch), beide Dept. Design. Embodied-Interaction-Forschung: http://iad.zhdk.ch/de/embodied-interaction Bilder von oben nach unten: · Test des ArmCoach Interfaces mit einer Schlaganfallpatientin · Haptic Floor, erstellt für die TOUCH Ausstellung in der Foundation Claude Verdan, Lausanne 2012 · Innenansicht des Haptic Floor

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