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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 1 – 2013

26 Zett 1–13 / Design lerinnen und Forschungsförderern in der Schweiz oder im Ausland von SNF-Mitarbeitenden überreicht werden und als kommunikativer Türöffner fungieren kann. Dieses Andenken sollte sich sehr gut transportieren lassen, leicht, klein, preis- wert und möglichst innovativ sein. Folgende Fragen galt es zu beantworten: Wie kann der Begriff der «freien Forschung» in ein Bild übersetzt werden, das möglichst universell lesbar ist? Welche Produktionsweisen bieten sich für die anvisierte Stückzahl von 200 bis 300 pro Jahr an? Wie können die Po- tenziale eines 3D-Druckers am sinnvollsten genutzt werden? Beinahe sechzig Studierende widmeten sich der spannenden Aufgabe mit viel Elan. Entstanden sind zwanzig Objekte mit ganz unterschiedlichem Flair. Sie zeigen vor allem eines: Den kreativen Antworten auf die Frage, wie der Forschungsge- danke des SNF visuell übersetzt werden kann, sind fast keine Grenzen gesetzt. Es entstand eine inspirierende Fülle von Aus- legearten des Wissenschaftsbegriffs, alle in dreidimensionaler Form und mit dem Anspruch, herausragende Forschungsleis- tungen zu würdigen. Drei der Ideen werden im Folgenden kurz vorgestellt. Saatkorn, Manschettenknöpfe und iPad-Pens Die Wichtigkeit, in Forschung zu investieren, unterstreicht Stefano Triacas Arbeit «au petit jardin» (Bild Seite 25). Wer ernten will, muss säen – gemäss diesem Motto entwarf Tri- aca Seedballs, die in Form eines Saatkorns dreidimensional gedruckt werden und Saatgut typischer Schweizer Pflanzen enthalten. Wird ein Seedball in die Erde gesetzt und begossen, löst sich die Hülle aus wasserlöslichem Kunststoff auf und ein kleines Stück Schweiz erblüht. Myriam Marti, Manuel Ailinger und Simon Camenzind ent- warfen Manschettenknöpfe, die in Materialien wie Kunst- stoff, Metall oder Keramik gedruckt werden können. Die Manschettenknöpfe nehmen Bezug auf die Bereiche, in denen der Schweizerische Nationalfonds Projekte unterstützt. Der Bereich Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften wird durch klare geometrische Zerlegung des Knopfvolumens in kleinere, fassbare Bruchstücke visualisiert. Ein weiterer Manschettenknopf repräsentiert den Bereich Geistes- und So- zialwissenschaften – das Gerippe symbolisiert die Vernetzung der Gesellschaft. «Biologie und Medizin» werden im Man- schettenknopf durch Ein- und Auslässe einer Zellmembran wiedergegeben. Der SNF fördert auch zahlreiche Projekte aus Kunst und Design. Dass diese bestehende Denkräume erwei- tern können, ohne den Rahmen zu sprengen, symbolisiert ein vierter Manschettenknopf. Ohne 3D-Druck, aber mit einem griffigen Konzept übersetzt die Arbeit von Joël Bourgeois, Ivo Mauch und Andrin Pavlovic die Idee des Forschungsstandorts Schweiz. Die zwei Objekte in Form eines Meissels und einer Tube funktionieren als iPad- Pens. Die Sujets verweisen auf den Fortschritt der Kultur, der immer auch von ihren Mitteln und Werkzeugen geprägt wird. Für die Studierenden war der Workshop eine bereichernde Erfahrung: Das Erproben einer neuen Technologie war gekop- pelt mit der spannenden Frage, wie der abstrakte Begriff der Wissensgewinnung und -entwicklung visuell und vor allem dreidimensionalübersetztwerdenkann.DasweitereVorgehen ist offen; denkbar ist jedoch, dass eines der Objekte für eine konkrete Umsetzung weiterentwickelt wird. * Cyril Kennel ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Vertiefung Industrial Design, Dept. Design (cyril.kennel@zhdk.ch). Alle Bilder: Stefan Schneller, Christine Urech Myriam Marti, Manuel Ailinger und Simon Camenzind: Förderbereiche für Wissenschaft, visuell übersetzt als Manschettenknöpfe. Joël Bourgeois, Ivo Mauch und Andrin Pavlovic: iPad-Pens in Form eines Meis- sels und einer Tube.

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