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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 1 – 2013

Kameramann Jasper Granderath in Los Angeles

habe aber noch nie ausschliesslich mit Studierenden gearbei- tet. Ich freue mich darauf und fühle mich herausgefordert. Was erwarten Sie von den Studierenden? Meine Erfahrung mit jungen Schauspielerinnen und Schau- spielern ist bisher sehr positiv. Mit ihnen assoziiere ich viel Energie, Spielfreude und vor allem Offenheit und Lust am Ausprobieren – und keine Deformation durch einen Theater- betrieb, der im schlechten Fall auch zu Abstumpfung führen kann. Ich erhoffe mir eine gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Stoff, in die sich die Studierenden mit ihrer Persön- lichkeit einbringen können. Deshalb habe ich mich auch für eine Projektarbeit und gegen ein Stück entschieden. Was waren Ihre letzten Arbeiten am Theater? Ich habe am Staatstheater Stuttgart, am Schauspielhaus Wien und für die Wiener Festwochen, am Schauspielhaus Graz und am Staatstheater Mainz inszeniert. In der Schweiz arbeite ich unter anderem am Theater Basel und am Luzerner Theater sowie am Theater Kanton Zürich. Ich habe Klassiker, Roman- und Filmadaptionen sowie neue Stücke inszeniert – aber noch keinen Horvath. * Mani Wintsch ist Leiter Vertiefung Schauspiel, Bachelor Theater, Departe- ment Darstellende Künste und Film (mani.wintsch@zhdk.ch). Barbara-David Brüesch studierte Regie an der Hochschule für Schau- spiel­kunst Ernst Busch in Berlin. Neben der Gründung der Zürcher Grup- pe HundinHose arbeitet sie seit 2001 als Regisseurin an verschiedenen Theaterbühnen im In- und Ausland - unter anderem regelmässig am Staats- theater Stuttgart, am Schauspielhaus in Wien und für das Theater Kanton Zürich. Aktuell inszeniert Barbara-David Brüesch am Luzerner Theater «Diebe»von Dea Loher. Ausser ihrer Tätigkeit als Regisseurin war sie als Gastdozentin an der Universität für angewandte Kunst Wien (Bereich Bühnenbild) und der ZHdK (Bereich Szenografie) tätig. den mythos hollywood kennenlernen Jasper Granderath absolvierte den Bachelor Film an der ZHdK, bevor er 2009 die Aus- bildung in Cinematography am renommierten American Film Institute (AFI) Conservatory in Los Angeles antrat. Derzeit lebt und arbeitet er als freischaffender Kameramann in L.A. Im Interview mit Lorenz Suter* erzählt er, was ihn nach Hollywood zog. Lorenz Suter: Jasper, nach dem Bachelor an der ZHdK haben wir beide den Master angehängt. Ich blieb in Zürich und du bist nach L.A. an die vielleicht berühmteste Filmschule der Welt gegangen. Was habe ich falsch gemacht? Jasper Granderath (lacht): Ich spüre da eine gewisse Wertung in der Frage. Anders gefragt: Wieso deine Entscheidung, nach dem Bachelor ans AFI zu gehen? Ich mag das europäische Filmschaffen sehr, vor allem den Grundgedanken, dass das Kino mehr der Kunst und nicht wie in den USA der Unterhaltung verpflichtet ist. Was mich aber am amerikanischen System fasziniert, ist die Geschichte des Kinos, die Wurzeln einer Industrie. Ich wollte einfach den Mythos Hollywood kennenlernen. Welchen Anspruch hat das AFI? Es hat ja eine Tradition von grossen Bildgestaltern wie Janusz Kamiński («Schindler’s List») oder Robert Elswit («There Will Be Blood»). Das AFI versteht sich zwar als künstlerische Ausbildung, aber es gibt eine Dreiteilung in Handwerk, Kunst und Management. Unter dem Strich sind eher klassische Erzäh- lungen als experimentelle Ausflüge gefragt. Nichtsdesto- trotz pocht das AFI auf die Eigenständigkeit und die Per- spektiven des Filmemachers. Das gilt für Kameramänner genauso wie für Regisseurinnen. Was diese Dreiteilung und die klassische Erzähltradition angeht, unterscheidet sich unser Ausbildungsmodell nicht gross. Du hättest also auch in Zürich bleiben können. Vielleicht, aber die Schule ist ja immer ein geschütztes Umfeld und spätestens, wenn man rauskommt, sieht die Arbeitsrealität schon sehr anders aus. Die US-Industrie ist, wie übrigens die Bildung auch, privatisiert. Die Filme werden nicht wie in Europa dank der öffentlichen Hand produziert und für alle Studierenden ist es normal, dass sie nach dem Studium tief in der Kreide stehen. Was hat sich an deiner Ausbildung am AFI besonders gelohnt? Bereichernd fand ich die Intensität des Studiums, drei bis vier Tage pro Woche auf dem Set zu sein und zu drehen. Auch die vielen Workshops mit Grössen der Industrie 28 Zett 1–13 / Darstellende Künste und Film

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