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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 2 – 2015

10 Zett 2–15 / Hochschule fener gestaltet und mit weniger Kameras ausgestattet. Doch natürlich sind Sicherheitsfragen für die Hochschulleitung eine Gratwanderung. So viel also zum «Türengau» – wie sieht es mit besonders Gelungenem aus? Mir scheint, die öffentlichen Orte wie Dachterrasse, Ein- gangshalle oder Kaskadenhalle funktionieren sehr gut. Ich finde es zudem schön, dass es auch eher versteckte Orte gibt, die man entdecken kann. Können Sie uns solch einen Ort nennen? Beispielsweise die Galerie des Kinofoyers. Gehen Sie mal schauen! Wie wird sich das «Toni» mit zunehmendem Alter verändern? Es wird Patina ansetzen, was bedeutet, dass man einige unnö- tige Hemmungen verlieren wird. Für mich war das Creative- City-Fest zur Eröffnung ein Highlight, das gezeigt hat, was das Toni-Areal leisten kann. Dieses Gebäude kommt mir wie eine riesige Projektionsfläche vor: Vom Auf und Ab im «Toni» werden der Studienerfolg, die Jobzufriedenheit oder gar die Lebensfreude abhängig ge- macht. Und was hier passiert, scheint auch für Aussenstehen- de interessant. Woran liegt das? Das Toni-Areal war und ist ein Katalysator für die Fusion zur ZHdK. Insofern fördert das Haus das Gute wie das Schlech- te der Institution zutage. Teilweise wäre ein wenig mehr Gelassenheit gut. In der Ära von Facebook und Co. sind wir versucht, immer gleich alles mit «like» oder «dislike» zu be- werten. Doch gewisse Dinge brauchen einfach Zeit. Bisweilen sind Stimmen zu hören, man könne im «Toni» nichts machen – nichts aufhängen, keine Objekte spontan aufstellen und so weiter. Wie stehen Sie zu solchen Aussagen? Mit der Architektur hat das wenig zu tun. Hier geht es um einen Aushandlungsprozess zwischen Studierenden, Haus- dienst und Schulleitung. Ich meine, etwas mehr Anarchie wäre nicht schlecht! Die Transparenz im Gebäude wird nicht von allen Toni-Area- lern gleichermassen geschätzt – teilweise werden die grossen Fenster zu den Räumen zugehängt oder zugeklebt. Sind wir nicht bereit für so viel Transparenz? Wir stehen hinter diesem konzeptionellen Leitgedanken. Grundsätzlich gilt: Das Haus ist als ein Möglichkeitsfeld zu verstehen. Die Nutzer können selbst steuern, wie transparent sie sein wollen. Da sind durchaus kreativere und subversivere Ansätze denkbar, als die Fenster einfach zuzukleben. Aber natürlich soll zukleben, wer zukleben will. Auch der Umgang mit der Transparenz wird sich immer wieder ändern. Wechseln wir den Schauplatz: Im Sommer 2016 wird die Hälfte der Hochschule Luzern Design & Kunst in die Viscosi- stadt in Emmenbrücke in den von Ihnen entworfenen Bau 745 ziehen – wie beeinflussen die Erfahrungen mit dem Toni-Areal dessen Projektierung? Die Projekte sind sehr unterschiedlich. Die Hochschule Lu- zern funktioniert ganz anders als die ZHdK. Zudem ist in Luzern der finanzielle Druck derzeit viel grösser, das «Toni» war ein historischer Glücksfall. Es wäre heute in dieser Art vermutlich nicht mehr durch die politischen Instanzen zu bringen. Doch auch der Bau in Luzern wird toll! Sie wissen dank Ihrer Erfahrungen mit Zürich und Luzern inzwischen einiges über Hochschulbauten: Was gilt es Ihres Erachtens beim Neubau des Zürcher Uniquartiers im Auge zu behalten? BeimUniquartierstellensichvorallemstädtebaulicheFragen. Was der Campus Toni-Areal jedoch zeigt: Eine Hochschule kann ein öffentlicher Ort sein. Die entscheidende Frage, die sich in Bezug auf das Uniquartier stellen wird, ist denn auch: Was bringen die Hochschulen der Stadt? Das «Toni» macht der Stadt mit seinen zahllosen Konzerten, Ausstellungen, PartysundsoweitereinsehrattraktivesAngebot.FürZürich- West im Speziellen wirkt es wie ein Vitamindrink. * Isabelle Vloemans ist Projektleiterin Hochschulkommunikation (isabelle.vloemans@zhdk.ch). Das Creative-City-Fest zur Eröffnung hat gezeigt, was das Toni-Areal leisten kann. Das Haus fördert das Gute wie das Schlechte der Institution zutage.

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