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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 2 – 2015 - Entwicklung einer Designhochschule in Shenzhen

In der chinesischen Provinz Guangdong entsteht mit Unterstützung der ZHdK eine Designhochschule

Entwicklung einer Designhochschule in Shenzhen Die ZHdK hat in Kooperation mit Partnerhoch- schulen einen Vorschlag für eine International Graduate School of Design in der südchinesischen Stadt Shenzhen ausgearbeitet. Das Projekt nimmt allmählich Gestalt an. Michael Krohn* Seit mehr als drei Jahren beteiligt sich die ZHdK federfüh- rend an einem Projekt zur Entwicklung einer Designhoch- schule in Shenzhen, einer der am schnellsten wachsenden Boomstädte in der chinesischen Provinz Guangdong und die erste chinesische Unesco-Designstadt. Seit der Kanton Zü- rich im April 2014 eine Zusammenarbeit mit dieser Provinz beschlossen und dafür einen Schwerpunkt Bildung definiert hat, bettet sich das Vorhaben auch in eine politische Strate- gie ein. Der Fachhochschulrat hat das Vorhaben genehmigt, und mittlerweile hat auch die Stadtregierung von Shenzhen grünes Licht für das Projekt gegeben. China im Umbruch China befindet sich in einem permanenten gesellschaftlichen Umbruch, und dies schon seit längerer Zeit. Das Land ent- wickelt sich seit der Mitte des letzten Jahrhunderts von ei- ner Agrargesellschaft zu einer Produktionsgesellschaft und möchte in einem nächsten Schritt zur Dienstleistungs- und Kreativgesellschaft werden. China will und kann nicht weiter nur der Produktionsplatz der Welt sein, die damit verbun- denen ökologischen und ökonomischen Folgen wären zu dras­ tisch und in ihren Konsequenzen potenziell schwerwiegend, auch für Europa. Da ist es verständlich, dass die Nation, die im Übrigen selbst in ruralen Gebieten über breite und ver- hältnismässig gute Bildungseinrichtungen verfügt, in der Reihe jener Gesellschaften stehen möchte, die hochstehende Leistungen erbringen und nicht nur Reservoirs für billige Arbeitskräfte sind. Verbesserung von Qualitäts- und Lebensstandards Chinesinnen und Chinesen, insbesondere die Regierung, aber auch die Unternehmen, begreifen, dass Kreativität und Inno- vation der Schlüssel zu einer erfolgreichen eigenständigen und unabhängigen Wirtschaftsleistung und damit auch zu nachhaltigem Wachstum sind. Chinesische Eltern wollen ihre Kinder an anderen Orten arbeiten sehen als in Produk- tionsbetrieben mit Minimallöhnen. Vorbild sind auch hier Gesellschaften mit vergleichsweise hohem Lebensstandard. Erste Versuche, eine eigenständige und international konkur- renzfähige Waren- und Servicekultur in China zu etablieren, beschränkten sich grossteils auf das Kopieren westlicher Pro- dukte oder brachten teils obskure chinesische Eigenmarken hervor. Inzwischen treten chinesische Anbieter aber immer öfter prominent auf den globalen Märkten auf, und dies mit einem hohen Qualitätsstandard. Auf dem Weg von Quantität zu Qualität Shenzhen liegt im Pearl River Delta in unmittelbarer Nach- barschaft zu Hong Kong. Heute ist Shenzhen eine moderne Metropole mit 18 Millionen Einwohnern, die ähnlich schnell 16 Zett 2–15 / Fokus: Die ZHdK im internationalen Austausch Der Campus des Harbin Institute of Technology in der 18-Millionen-Metropole Shenzhen. Foto: Heike Pohl Das Wachstum von Shenzhen soll sich in Zukunft weg von der Quantität und hin zur ­Qualität entwickeln.

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