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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 2 – 2015

wächst wie Shanghai. Shenzhen ist zudem die Stadt mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen in China. Sie liegt in einer wirtschaftlichen Sonderzone, bekannt für die hohe Dichte an Produktionsbetrieben vor allem in der Elektronik- und Telekommunikationsindustrie. Das Wachstum von Shenzhen soll sich in Zukunft weg von der Quantität und hin zur Qua- lität entwickeln. Will heissen: Weniger produzieren – mehr erfinden, kreieren und entwickeln. Eine lebendige Kreativ- branche mit findigen Designern und Mediaproduzentinnen passt da sehr gut ins Bild. Shenzhen hat als erst dreissig Jahre junge Stadt einen wachsenden Bedarf an Bildungsinstituti- onen und will die Ausbildungsangebote auch in den Bereichen Design und Architektur vergrössern. Bis im Jahr 2025 will die Stadt nun eine International Graduate School of Design aufbauen und finanzieren. Die drei Partner ZHdK, Institute for Advanced Architecture of Catalonia (IAAC) und Harbin Institute of Technology Shenzhen (HIT Shenzhen) sollen diese Hochschule gemeinsam entwickeln und deren Qualität auf lange Sicht sichern. Langjährige Erfahrung mit China Unter der Regie der ZHdK wurde in einer Kooperation mit IAAC und dem HIT Shenzhen ein Vorschlag für den Aufbau einer den chinesischen Verhältnissen angepassten Design- und Architekturhochschule entwickelt. Dieser wurde der Stadt Shenzhen im Sommer 2014 unterbreitet. Dabei kam der ZHdK einmal mehr die langjährige Erfahrung im Austausch mit China zugute. China denkt, designt und baut anders. Für diese komplexe Situation wäre es zu kurz gedacht, einfach hiesige Ausbildungskonzepte zu kopieren und zu exportieren. Shenzhen verlangt in mehreren Dimensionen eine Anpassung europäischerBildungspraxenandielokaleGesellschaft,Wirt- schaft und natürlich auch an die Gewohnheiten und Bedürf- nisse der künftigen Studierenden. Die Zahl der Auszubilden- den wird in dieser ausschliesslich postgradualen Ausbildung auf Master- und PhD-Stufe wesentlich grösser sein als in der Schweiz üblich. Der Umgang mit der sich von der hiesigen deutlich unterscheidenden Lehr- und Lernkultur sowie der andere Zugang zu Forschungsfragen werden zusätzliche He- rausforderungen darstellen. Ausbildungsziel bleibt aber das selbstverantwortliche Arbeiten an komplexen Projekten. Der Campus des Harbin Institute of Technology in Shenzhen, im Vordergrund die Mensa. Foto: Heike Pohl Das sagt ZHdK-Rektor Thomas D. Meier zur Kooperation «Für die ZHdK ist dies ein wegweisendes Pro- jekt und ich bin sehr zufrieden, dass die vier Parteien nun die Kooperationsvereinbarung unterzeichnethaben.Dieseseinmaligeundehr- geizige Projekt fokussiert darauf, die kreative Exzellenz Europas mit der Dynamik und dem Potenzial Chinas zu verbinden. Wir wollen da- mit eine starke und nachhaltige Partnerschaft aufbauen und den Austausch zwischen China und der Schweiz befördern. Die Verbesserung der Designausbildung stärkt die Kreativwirt- schaft weltweit. Design ist ein wirkungsmäch- tiges Instrument, die Bedürfnisse der Gesell- schaft zu adressieren, tragfähige Lösungen vorzuschlagen und zu implementieren.» Ein Austausch von Dozieren­den und Studierenden mit der ZHdK ist Teil des akademischen Konzepts. Fokus: Die ZHdK im internationalen Austausch / Zett 2–15 17

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