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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 2 – 2015 - Grey Gardens – eine Sommerresidenz

Kultfilm inspirierte zu Residenzprojekt am Theater der Künste

40 Zett 2–15 / Darstellende Künste und Film Grey Gardens – eine Sommer­residenz Die Theaterförderung der Stadt Zürich und die ZHdK lancieren ein Residenzprojekt, das die Bedingungen künstlerischer Arbeit an Kunst- hochschulen zum Thema hat. Der Zuschlag für 2015 ging an die Regisseurin Barbara Weber. In- spiriert vom Film «Grey Gardens» verwandelt sie das Theater der Künste in einen Ort des Hortens. Julia Reichert und Barbara Weber* «Es ist schwer, die Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu ziehen», sagt Little Edie. Sie macht ein paar Tanzschritte vor der Kamera, kichert, halb verschämt, halb geschmeichelt von der Aufmerksamkeit der Filmer, wie das junge Mädchen, das sie schon seit Jahrzehnten nicht mehr ist: «You get to be a real individual when you live alone», sagt sie. Ihre Mutter liegt im Bett, umringt von Katzen, Zeitungen, Packpapier, und sagt: «‹Eccentric› is a lack of money.» Das ver- wahrloste Anwesen wurde bereits zwangsgereinigt. Dessen ungeachtet feiern sich Mutter und Tochter als «Great Singer» und «Great Dancer». Verlassen haben sie das Sommerhaus in den Hamptons seit Jahren nicht mehr. Diese Szene stammt aus dem Dokumentarfilm «Grey Gar- dens» (1975), der eine klaustrophobische Mutter-Tochter- Beziehung beckettschen Ausmasses zum Thema hat. Im an- gelsächsischen Raum hat der Film Kultstatus. Fülle über alles Barbara Webers Transit Productions nehmen den Stoff zum Anlass, kollaboratives Arbeiten jenseits klassischer institu- tioneller Verankerung zu erproben. In der Residenz an der Bühne A des Theaters der Künste ist die Grundbewegung das Horten. Der Raum füllt sich mit Gegenständen, Bühnen- anordnungen, künstlerischen Formaten und Interventionen. Dazu laden Transit Productions Künstlerinnen und Künstler ein. Künstlerisches Projekt mit Lehrauftrag Das Residenzprojekt an der ZHdK wird jährlich für freie Gruppen ausgeschrieben. Mit der Realisierung des künst- lerischen Projekts ist ein Lehrauftrag verbunden. Barbara Weber wurde als Regisseurin mit ihrem Unplugged-Format bekannt. Sie inszeniert an renommierten Theatern und war 2008 bis 2013 Kodirektorin des Theaters Neumarkt in Zürich. * Julia Reichert ist freischaffende Dramaturgin, Barbara Weber ist freischaffende Regisseurin (info@transitproductions.ch). Projektbeteiligte Barbara Weber, Andreas Liebmann, Eugénie Rebetez, Michèle Valley, Cie Nicole Seiler, Bettina Grahs, Daniel Lerch, Nina Hesse Bernhard, Elia Schwaller, Daniel Binswanger, Julia Reichert, Madlaina Peer, Kunsthalle Zürich, Daniel Baumann, Lisa Friedrich, Nicolas Frey, Florian Ronc, Florian Olloz, Margret Nisch, Jean Szymak, Peter Liebmann, Matthew Lutz-Kinoy, Franziska Schneeberger und weitere www.transitproductions.ch Erkundet in ihrem Residenzprojekt am Theater der Künste Dimensionen des Hortens: Regisseurin Barbara Weber. Foto: © Stephan Rappo

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