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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 2 – 2015 - «The Taste of the Brain»

Ein Workshop zu Essen und Design

Design / Zett 2–15 43 «The Taste of the Brain» Wie setzen sich Designstudierende mit der Darstellung und Vermittlung hochaktueller kulinarischer Themen auseinander? Ein interdis- ziplinäres Workshopformat im Rahmen der Expo Milano 2015 brachte Antworten. Flurina Gradin* Über die existenzielle Grundversorgung hinaus sind Nah- rung, ihre Präsentationsformen und die sozialen Aspekte der Nahrungszufuhr eng miteinander verbunden und deklinieren einen wachsenden Aktionsradius: die Schnittmenge der Be- reiche Design und Essen. Auch im Departement Design widmeten sich in jüngster Zeit zahlreiche Abschlussarbeiten und Projekte der Nahrung und Ernährung. Aktuelles Beispiel ist ein interdisziplinärer Design­workshop, der im Kontext der Weltausstellung in Mailand zustande kam. Designstudierende der Masterstu- diengänge der Fachhochschule Nordwestschweiz, der Haute École d’art et de design Genève und der ZHdK wurden mit der Aufgabe betraut, eigene Standpunkte zur Nahrung zu entwickelnundsieeinembreiterenPublikumzupräsentieren. Varianten der Gastfreundschaft Während dreier Wochenenden in Basel, Genf und Zürich konnten die Teilnehmenden einerseits Bekanntschaft mit lokalen Food-Aktivistinnen, Nahrungsmittelkooperativen, Jungproduzenten und Guerillagärtnerinnen schliessen und andererseits mit Formaten von Tafelrunden und Varianten der Gastfreundschaft experimentieren. Am 4. Juni wurden die erarbeiteten Erkenntnisse und Inhalte unter dem Titel «The Taste of the Brain» als mehrgängiges Menü im Centro Svizzero in Mailand aufgetischt. Zu den Gästen gehörten zahlreiche Teilnehmende der gleichzeitig stattfindenden Cumulus International Conference. Insekten-Bruschette und Heilerde-Häppchen Als Eintrittsticket dienten den geladenen Gästen persönliches Besteck und ein Teller, die über interaktive Interventionen mehrmals neu zugeordnet und bestückt wurden. Serviert wurde ein Potpourri mentaler und kulinarischer Kostbar- keiten und Kuriositäten. Darunter waren Heilerde-Häppchen ebenso zu finden wie eine Amuse-Bouche-Kollektion, deren Bestandteile ihren Weg im Rucksack zweier wandernder Stu- dentinnen über den Gotthard nach Mailand gefunden hatten, und Bruschette mit Insektenpaste. Die geistige Verköstigung wurde durch ausgefeilte Statements zu den Produkten si- chergestellt. * Flurina Gradin ist Kommunikationsbeauftragte im Departement Design (flurina.gradin@zhdk.ch). Kleines Foto: Das Amuse-Bouche der besonderen Art – kulinarische Souvenirs eines zweiwöchigen Fussmarschs von Zürich nach Mailand. Fotos: Flurina Gradin Grosses Foto: Jeder Teller erzählt eine eigene Geschichte – interaktives Intermezzo der Gäste mit ihren Tellern zwischen Vorspeise und Hauptgang.

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