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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 2 – 2015 - Forward into the Past – lokale Produktion im Aufwind

Wie der Nachhaltigkeitsdiskurs Design prägt – und umgekehrt

44 Zett 2–15 / Design Forward into the Past – lokale Pro- duktion im Aufwind Im Diskurs zu Nachhaltigkeit, Ressourcenver- knappung, Neoökologie einerseits sowie Globali- sierung und industrialisierten Märkten anderer- seits müssen sich Designerinnen und Designer vermehrt mit lokalen Produktionsmethoden auseinandersetzen – ein Wertewandel findet statt. Dieser Wandel tangiert sie und den Design- prozess unmittelbar. Andrea Roca* Die Suche nach neuen Handlungsspielräumen und Märkten im Kontext der Neoökologie fordert nicht nur angehende De- signerinnen und Designer in Bezug auf die Schärfung ihrer Profile, sondern stellt auch in der Praxis andere Bedingungen an Produktion, Inhalt und Design. Hybride innovative Designkonzepte Regional, lokal, slow und Transparency sind die aktuellen Schlagwörter, wenn es um Nachhaltigkeit in Produktions- abläufen im Design, in der Lebensmittel-, der Bekleidungs- oder der Lifestyle-Industrie geht. Wer global agieren, aber lokal produzieren möchte, steht in einem Spannungsfeld zwischen Utopie, Machbarkeit und Glaubwürdigkeit. Dabei geht es nicht nur darum, neue Designlinien nach Nachhaltig- keitsstandards zu produzieren. Teil des Umdenkprozesses ist auch die Sensibilisierung für die lokalen Möglichkeiten, seien dies vorhandene Ressourcen, Know-how, Marktlücken oder -bedingungen. So entstehen durch die Auseinandersetzung mitalternativenMärktenhybrideinnovativeDesignkonzepte, die nicht nur die Produktion überdenken, sondern auch das Konsumverhalten, Angebotslücken und Bedürfnisse bei den Konsumenten analysieren. Trends wie do it yourself und Crafting werden in die Designproduktion integriert und das authentische Unikat zelebriert. Nachfolgend werden einige solcher lokal agierender Design- projekte, die an der ZHdK entstanden sind, vorgestellt. Reparieren statt wegwerfen Die Master-Arbeit von Christian Pfeifer «Zürich repariert» (2014) macht deutlich, dass in den Schweizer Städten keine Reparaturkultur mehr vorhanden ist. Das ist sowohl auf das in den letzten Generationen verloren gegangene Handwer- kerwissen zurückzuführen wie auch auf das Konsum- und Wegwerfverhalten eines urbanen Publikums. «Zürich repariert» brachte die Thematik des Reparierens in Zürcher Bars einem jungen Publikum in verschiedenen Ver- mittlungsformaten nahe. Es wurde das Vorgehen bei kleinen Der Wandspiegel Mirrope (2015) aus der Edition Nikolas Kerl. Die Produkte des ZHdK-Alumnus und Produktdesigners Nikolas Kern sind der Nachhaltigkeit verpflichtet. Foto: Björn Allemann

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