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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 2 – 2015

Design / Zett 2–15 45 Handwerkerarbeiten wie dem Reparieren eines Elektroste- ckers vermittelt oder auf das vielfältige Werkstattangebot in der Stadt Zürich aufmerksam gemacht. Das im Master- Programm «Ereignis» entwickelte Konzept erreichte beim Publikum eine Sensibilisierung für sein Konsumverhalten. Farbe aus Gemüseabfällen Die Style & Design-Bachelor-Arbeit «local colours» (2015) von Caroline Fourré entstand aus dem Recyclinggedanken. In diesem Projekt werden Gemüseabfälle aus der Lebens- mittelindustrie mit traditionellen Techniken zu Farben ver- arbeitet, die zum Einfärben von Bekleidung genützt werden können. Mit beeindruckenden Ergebnissen – die Designerin hat zum Beispiel aus Avocadoschalen oder Kohlabfällen eine ganze Palette an Farben entwickelt, die das Potenzial haben, in grösseren Produktionen eingesetzt zu werden. Aufwendige, aber befriedigende Designarbeit Eine bereits in der Praxis verankerte nachhaltige Produk- tion verfolgt der Produktdesigner Nikolas Kerl. Beim Mö- beldesigner – ein Absolvent der Vertiefung Industrial Design (2009) – steht nicht in erster Linie das Slow im Vordergrund, sondern der Anspruch an gutes Design, hohe Qualität und Langlebigkeit. Der Designer, der seit fünf Jahren in enger Zusammenarbeit mit vorwiegend Schweizer Handwerkern produziert, meint, dass die Arbeit mit regionalen Ressour- cen und lokalen Produzenten zwar einen aufwendigen und kostspieligen Ablauf mit sich bringt, die direkte Auseinander- setzung mit den Materialien, deren Beschaffenheit und den Handwerksexperten aber auch einen markanten Mehrwert darstellt. Daraus ergeben sich sowohl eine zufriedenstel- lende Qualität wie ein erfüllender Designprozess. Nikolas Kerl kann in der Kommunikation einen transparenten Weg vorlegen; die Offenlegung der Produktionskette ist ein ebenso wichtiges Verkaufsargument wie das Design an sich – und der sensibilisierte Endkonsument ist heute bereit, den Mehr- wert zu berappen. Nikolas Kerl schliesst auch nicht aus, seine Produktion auf den europäischen Raum auszuweiten, wenn die Nachfrage entweder zu gross werden sollte oder die ge- wünschten Materialien und Techniken in der Schweiz nicht mehr vorhanden sein sollten. Die Herausforderungen im grob umrissenen Spannungsfeld sind mannigfaltig, betreffen kleinere Projekte ebenso wie international aufgestellte Brands und bieten für angehende Designerinnen und Designer gegenwärtig und zukünftig ein reichhaltiges Forschungs- und Betätigungsfeld. * Andrea Roca ist Unterrichtsassistentin in den Vertiefungen Ereignis und Trends im Master Design, Departement Design (andrea.roca@zhdk.ch). zuerich.repariert.org facebook.com/fehlerei carolinefourre.allyou.net editionnikolaskerl.com «Fehlerei – Flick it Up»: In ihrem ­Bachelor-Projekt pflegen ­ Laura ­Curatolo und Wayra Siles die Reparatur­kultur. Foto: Laura Curatolo, Wayra Siles

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