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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 2 – 2015 - «Denkt Kunst» – neue Buchreihe des Instituts für Theorie

Kooperation mit dem Zentrum für Künste und Kulturtheorie und der Universität Zürich

50 Zett 2–15 / Kulturanalysen und Vermittlung «Denkt Kunst» – neue Buchreihe des Instituts für Theorie Das Institut für Theorie lanciert in Zusammen­ arbeit mit dem Zentrum für Künste und Kul- turtheorie der Universität Zürich die Buchreihe «Denkt Kunst». Diese erschliesst ein eigenes Theoriefeld – dasjenige der Theorie der Künste im doppelten Sinn des Genitivs: als Theorie über die Kunst und als Theorie mittels der Kunst. Dieter Mersch* «Denkt Kunst» – das könnte als Imperativ verstanden wer- den: Betrachtet die Kunst nicht nur, sondern vergesst auch die ästhetische Theorie, die Bestimmung der künstlerischen Produktion, das Ästhetische als irreduziblen Teil der Kultur nicht! Der Name der Buchreihe kann aber auch als Frage ver- standen werden: Handelt es sich bei Kunst überhaupt um eine Form von Denken, von Wissen? Partizipiert die künstlerische Praxis auf ihre Weise an Erkenntnisprozessen, am Vollzug gesellschaftlicher Wahrheit? Die Ambivalenz zwischen Frage und Imperativ ist gewollt: Die neue Buchreihe des Instituts für Theorie (ith), gegründet in Kooperation mit dem Zen- trum für Künste und Kulturtheorie (ZKK) der Universität Zürich, widmet sich genau dieser Unentschiedenheit – der philosophischen «Re-Definition» der Kunst als einer episte- mischen Praxis, sei es in Gestalt performativer Künste, der Medienkunst, des Designs oder kompositorischer Verfahren der Neuen Musik, um nur einige zu nennen. Es geht anders als in den klassischen Ästhetiken weniger um die Wirkung der Künste, um die unterschiedlichen Medien ihrer ästhetischen Erfahrung, auch nicht um die Übertragung ästhetischer Ka- tegorien auf nicht künstlerische Gegenstände, wie es für die Kulturwissenschaften der letzten Dekaden charakteristisch war. Vielmehr geht es um die Untersuchung konkreter Pro- duktionsprozesse, der Arbeitsweise der Künste und die in ihren Praktiken selbst angelegten theoretischen Potenziale – kurz: um die Kunst als eine spezifische Weise von «Theo- riepraxis»,dienursoundnichtandersvollzogenwerdenkann. Eigene Erkenntnisformen Eine solche «epistemische» Wende ist bereits in den vergan- genen Diskussionen um Artistic Research, um den Eigensinn dessen, was sich als eine «Forschung im Ästhetischen» be- schreiben lässt, angeklungen. Jedoch fokussierte die Debatte hauptsächlich auf die Beziehungen zwischen Künsten und Wissenschaften, jetzt weitet sich der Horizont aber auf die nicht wissenschaftlichen oder unbegrifflichen Erkenntnis- formen aus – auf die künstlerischen Episteme als Alternative zum wissenschaftlichen Denken, indem die poetischen und performativen Zugänge, die sich nicht in Sprache übersetzen lassen, ins Zentrum der Überlegungen gestellt werden. Die Buchreihe «Denkt Kunst» zielt in diesem Sinne auf die spezi- fische Erkenntnisleistung der Künste – auf die verschiedenen Formen eines «Denkens im Ästhetischen», wie sie in Prak- tiken des Entwurfs, der Ausstellung, des Kompositorischen oder auch der visuellen Montage und Ähnlichem zum Aus- druck kommen –, um ganz eigene, unersetzbare Szenen der Analyse und Kritik zu generieren. Klassisches und Neues Die Buchreihe, die im Diaphanes-Verlag erscheint, erschliesst damit ein eigenes Theoriefeld – das der Theorie der Künste im doppelten Sinn des Genitivs: als Theorien über Kunst und als Theorien mittels der Künste. Dies geschieht (vor- läufig) durch drei Formate: Erstens durch solche Texte, die als philosophische «Archive» gelten können, wie noch nicht übersetzte oder unveröffentlichte Werke klassischer Autoren wie etwa Sergej Eisensteins «Aufzeichnungen zum visuellen In der Buchreihe «Denkt Kunst» erscheinen Texte, die als philosophische «Archive» gelten können. Bilder: Diaphanes-Verlag

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