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Zett – Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste – 2 – 2015

Hochschule / Zett 2–15 9 «Etwas mehr Anarchie wäre nicht schlecht!» Daniel Niggli ist einer der Gründer von EM2N, dem Architekturbüro, das die Transformation der Toni-Molkerei in den Campus Toni-Areal konzi- piert hat. Ein Jahr nach dem Einzug der ZHdK beantwortet er Fragen rund um seinen und den Gefühlshaushalt der Toni-Arealer und bringt Technisches wie etwa den «Türengau» zur Sprache. Isabelle Vloemans* Isabelle Vloemans: Wir führen dieses Gespräch aus Anlass des ersten Geburtstags des Campus Toni-Areal – wie oft bewegen Sie sich noch hier? Daniel Niggli: Etwa alle drei Wochen einmal. Was machen Sie, wenn Sie hier sind? Ich besuche Ausstellungen des Museum für Gestaltung oder esse hier zu Mittag, um zu beobachten, was so läuft. Ab und an finden auch noch Sitzungen mit Matthias Schwarz [Ver- waltungsdirektor der ZHdK, Anm. d. Red.] und der Allreal statt. Und zurzeit arbeiten wir an einem Farbkonzept für die ZHAW, die in den Korridoren mehr Farbe will. Im Fall der ZHdK kann man das der Kreativität der Studierenden und Dozierenden überlassen, die dabei übrigens ruhig etwas mu- tiger sein dürften. Doch den Angehörigen der ZHAW liegt das naturgemäss weniger … Welches emotionale Verhältnis haben Sie heute, wo Sie längst mit anderen Projekten beschäftigt sind, zum Toni-Areal? Mich freut, dass sich das Haus verändert. Es wird immer le- bendiger. An der Ausstellungsstrasse [einer der über dreissig alten Standorte der ZHdK, Anm. d. Red.] hatte ich nie das Gefühl, dass wirklich viel läuft. Hier schon. Das Haus füllt sich zunehmend mit Energie und Arbeit. Wie lange ist ein Jahr im Leben eines Baus wie diesem? Ein Jahr ist nichts. Das Haus wird wohl erst komplett «zu sich selbst finden», wenn es nicht mehr mit den alten Orten verglichen wird. Kommende Generationen von Studierenden und Mitarbeitenden werden nur noch das Toni-Areal kennen. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich die Wahrnehmung des Gebäudes dann verändert. Lassen Sie uns dennoch schon heute über Gelungenes und Misslungenes sprechen – wo haperts aus Sicht des Architekten noch? Das Schliesssystem muss sicher angepasst werden. Wegen der vielen gesetzlichen Auflagen sind Türen in Bauten wie dem «Toni» ein überkomplexes System. Um ein Beispiel zu nennen: Viele Türen sind aus feuerpolizeilichen Gründen 1,20 Meter breit. Um auch behindertengerecht zu sein, müssen sie sich automatisch öffnen lassen. In Kombination mit den geforderten Zutrittskontrollen der ZHdK ist die Mechanik jedoch überfordert. Folglich reissen die Leute an den sich nur langsam oder gar nicht öffnenden Türen, was zu vielen Defekten führt. Was wäre ein Lösungsansatz? Ein Teil der Probleme könnte gelöst werden, indem der heu- tige Schliess- und Zutrittsplan lockerer würde. Wäre es nicht sinnvoll, wenn zwischen 8 und 20 Uhr alle Leute in alle Gänge gelangen könnten? Wir persönlich hätten das Haus viel of- Mich freut, dass sich das Haus mit Energie füllt. Ist gespannt, wie kommende Studierenden- generationen das Toni-Areal wahrnehmen werden: Daniel Niggli vom Architekturbüro EM2N. Foto: Regula Bearth

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