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Dokument – Zürcher Hochschule der Künste ZHdK

100 jahre schweizer grafik Schweizer Grafik gilt — genauso wie Uhren, Käse oder Schokolade — als schweizerisches Export- gut par excellence. Wie bekannt ist sie im Lan- de selber? Das Museum für Gestaltung Zürich beleuchtet in einer umfassenden Schau 100 Jahre grafischen Gestaltens in der Schweiz und von Schweizer Gestaltern im Ausland. Karin Gimmi, Barbara Junod* Das auf eine dynamische Formel gebrachte Signet der SBB — oder eine Neuinterpretation davon —, die klingenden Plakate des Jazz-Festivals in Willisau oder die neun leuchtfarbenen Punkte einer Plastiktasche, die zum Markenzeichen von ABM wurden: Es sind grafische Zeichen des alltäglichen Lebens, die sich in unser kollektives Gedächtnis einschreiben und die visuelle Kultur eines Landes und einer Epoche nachhaltig prägen. Das Museum für Gestaltung richtet aus der Aktua- lität heraus einen frischen Blick auf absolut Gegenwärtiges und Vergangenes, das in der Ausstellung neu entdeckt werden kann. Soviel lässt sich behaupten: Ein eigentlicher Stil ist in der Schweizer Grafik nicht auszumachen, eine bestimmte Haltung hingegen schon. Diese zeigt sich in der augenfälligen Qualität der Arbeiten, ihrer soliden Verwurzelung im Handwerk sowie in der Präzision und der Reduktion auf das Wesentliche. Grafik aus der Schweiz spiegelt internationale Tendenzen ebenso wie lokale Eigenheiten. Ironie und Witz sind ihre Begleiter. Themenfelder Die Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch unsere visuelle Alltagskultur. Den chronologischen Leitfaden bildet ein umlaufender Fries aus 100 Plakaten, die der Zeit von 1912 bis 2012 den Puls fühlen. Hier findet man Werke von Klassikern der Plakatkunst wie Otto Baumberger bis hin zur jüngsten Grafiker-Generation. Trotz zeitbedingt wechselnder Bedürfnisse, Ansprüche und Medien hat sich das grafische Ge- staltenimmerwiederinähnlichenThemenfeldernbewegt.Die Ausstellung versucht, einige davon sichtbar zu machen, etwa das Spannungsfeld von Kunst und Grafik, die Auseinander- setzung von Grafik und Fotografie, die Welt der Zeichen und Symbole oder die Dauerbeziehung von Musik und grafischer Kultur. Dabei werden sowohl Paradigmenwechsel angespro- chen wie auch Konstanten in der Haltung der Gestaltenden oder in der Handhabung gestalterischer Mittel. Diesen The- mengefässen sind ausgewählte Fallstudien gegenübergestellt. Hier richtet sich der Fokus beispielsweise auf die Swissair und ABM-Plastiktasche, E+U Hiestand, 1960er Jahre. Foto: © Museum für ­Gestaltung Zürich, Designsammlung. Jazzkonzert in Willisau, Niklaus Troxler, 1990. Foto: © Museum für ­Gestaltung Zürich, Grafiksammlung. 38 zett 3–11 /museum